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Sonderschulung

Aktuelle Zahlen

Nationale Zahlen zur Sonderschulung werden in der Schweiz vom Bundesamt für Statistik (BFS) erfasst und ausgewertet. Die aktuellen verfügbaren Daten begrenzen sich auf Schülerinnen und Schüler, welche eine Sonderschule oder eine Sonderklasse besuchen.

Tendenz zur Integration

Die Integrationspolitik hat zur Folge, dass immer mehr Schüler/innen mit besonderen Bildungsbedürfnissen integriert geschult werden. Seit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) im Jahre 2004 hat die Anzahl Lernende, die separiert unterrichtet wurden, abgenommen.

Entwicklung des Prozentsatzes an Schüler/innen mit separativer Sonderschulung, 1999 – 2017

(Quelle BfS, 2019)
Detail: 1999–2013, Schuljahre 3-11; ab 2014, Schuljahre 1–11*

 Die Grafik wird auf Wunsch zur Verfügung gestellt.

SZH, 2019 (BFS Zahlen)
Grafik als PDF

*Seit den verfassungsrechtlichen Änderungen der Bundesverfassung von 2006 (Art. 64, Abs. 4 BV) und dem Inkrafttreten der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat), in welcher das schulische Eintrittsalter auf das vervollständigte 4 Altersjahr festgelegt wurde, gehört  der zweijährige Kindergarten (bzw. die ersten zwei Jahre einer Eingangsstufe) zur nun 11-jährigen obligatorischen Schule. Deshalb werden die ersten beiden Schuljahre erst seit 2014 in der statistischen Auswertung berücksichtigt. Das ist auch der Grund, warum sich die Separationsquote zwischen den Jahren 2013 und 2014 um 0.2% gesenkt hat.

Entwicklung der Sonderschulung

Seit der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen wurde, ausgelöst durch einen Systemwechsel, die Verantwortung der Sonderschulung ab 2008 den Kantonen übergeben. Aufgrund der Weiterentwicklung der letzten Jahre befindet sich die Bildungsstatistik vor der neuen Herausforderung, ein Bild zu liefern, das der aktuellen Realität der Sonderschulung in der Schweiz entspricht.

Modernisierung der Erhebungen im Gebiet der Sonderpädagogik

Das Bundesamt für Statistik (BfS) und die Kantone haben in den letzten Jahren die statistischen Erhebungen im Bildungsbereich modernisiert. Ziel der Modernisierung war, die Realität in den betreffenden Bereichen besser abzubilden. Die Modernisierung betraf die Statistik der Schüler/innen und Studierenden, des Schulpersonals, der Bildungsabschlüsse, der beruflichen Grundbildung, der öffentlichen Bildungsausgaben sowie die Revision der Hochschulstatistiken.

Im Rahmen des Projektes gründete das SZH 2010 die Arbeitsgruppe „Statistik der Sonderpädagogik“. Diese Arbeitsgruppe hatte zum Ziel, die neuen Informationsbedürfnisse im Bereich der Sonderpädagogik, insbesondere bei der Integration, zu definieren und Wege der Umsetzung vorzuschlagen.

Die Überlegungen der Arbeitsgruppe sind in zwei Berichten zuhanden des BFS und der EDK vermerkt.

Statistik der Sonderpädagogik: Bericht der Arbeitsgruppe (Februar 2011)
Statistik der Sonderpädagogik: Ergänzung zum Bericht (August 2011)

Nach Prüfung der Berichte und dem regelmässigen Austausch zwischen dem SZH, den Verantwortlichen aus den Kantonen sowie dem BSV hat das BFS die umsetzbaren Vorschläge in die Statistik der Schüler/innen, des Schulpersonals und der Ausbildungsinstitutionen integriert.

Die Daten der Statistik der Lernenden werden vom BFS nach dem folgenden Modell erhoben:

 

Regelschule

Sonderschule

  Klasse

Regelklasse

Sonderklasse

Sonderschulklasse

  Lehrplan

Regellehrplan (RLP)

RLP ausser 1-2 Fächer

RLP ausser 3 Fächer oder mehr

RLP

RLP – (1-2)

PLP – (3 +)

 Verstärkte Massnahmen

Ein Teil der Lernenden hat verstärkte Massnahmen (VM)

Alle Lernenden haben VM

Im Schuljahr 2014/15 wurden zum ersten Mal die Daten nach den modernisierten Vorgaben erhoben. Diese Erhebung gilt für den Bereich der Sonderpädagogik als Testlauf. Die Auswertung wird deshalb nicht veröffentlicht. Die Auswertung für das Schuljahr 2017/18 wird am 29. Oktober 2019 vorgestellt.